Ernst Engelberg

5.4.1909 (Haslach/Baden) - 18.12.2010 (Berlin)

Der am 5. April 1909 in Haslach im Schwarzwald als Sohn von Wilhelm Engelberg Geborene besucht in Offenberg das Gymnasium und studiert von 1929 bis 1934 in Freiburg/Breisgau, München und Berlin Geschichte, Nationalökonomie, Philosophie und Rechtswissenschaften. Als Student ist Engelbert 1931/32 Reichsleiter der Kommunistischen Studentenfraktion (Kostufra). Er wird 1934 promoviert.

In der Zeit des Nationalsozialismus ist er als Leiter eines Berliner Unterbezirks der KPD für die Verbindungen zu sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Widerstandsgruppen verantwortlich. Er wird im Februar 1934 festgenommen und nach einigen Tagen Verhör in das Columbia-Haus gebracht. Am 17. Oktober 1934 wird er vom Kammergericht Berlin zu einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Die Strafe verbüßt er im Zuchthaus Luckau.

1936 emigriert Ernst Engelberg in die Schweiz und 1940 in die Türkei, wo er von 1941 bis 1947 als Lektor an der Universität Istanbul arbeitet. 1948 kehrt er nach Deutschland zurück und arbeitet als Dozent und Professor an der Pädagogischen Hochschule Potsdam, der Universität Leipzig und der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin. Ernst Engelberg stirbt am 18. Dezember 2010.

"Am 26. Februar 1934 (abends 8 Uhr) wurde ich am Kinoeingang gegenüber dem S-Bahnhof Gesundbrunnen bei einem illegalen Treff verhaftet und per Auto in die Prinz-Albrecht-Straße gebracht. Ich war Mitglied einer KPD-Organisation, die mit Sozialdemokraten zusammenarbeitete. Nach einigen Tagen wurde ich zur Strafe – vor allem wegen Verweigerung einer Unterschrift unter die Protokolle – in das Columbia-Haus gebracht, wo ich den dort üblichen Schindereien unterworfen wurde."

(Aus einem Brief von Ernst Engelberg an Kurt Schilde vom 27.10.1990)

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