Otto Kitschun

27.4.1897 (Sarne/Kreis Rawitsch) - 11.04.1950 (Berlin)

Otto Kitschun wird am 27. April 1897 in Sarne (heute polnisch Sarnowa) als Sohn des Handelsgehilfen Emil Kitschun und dessen Ehefrau Anna Helene, geb. Jakob, geboren. Er besucht die Volksschule und erlernt den Beruf des Sattlers. Als Soldat im Ersten Weltkrieg kommt er 1917 in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1919 entlassen wird. Seit 29. Oktober 1927 ist er mit am 11. Juni 1900 geborenen Gertrud Ludwig verheiratet und lebt in Schönerlinde in der Dorfstraße 14 a. Am 13. August 1939 wird der Sohn Norbert geboren.

In Berlin arbeitet er 1924 bei der Nationalen Automobil-Gesellschaft in Berlin-Oberschöneweide, ist von 1929 bis 1933 arbeitslos und arbeitet seitdem in der Rüstungsindustrie. Er engagiert sich in der Internationalen Arbeiter-Hilfe und in der KPD als Politischer Leiter eines Unterbezirks.

Im Jahr 1934 wohnt er in Berlin-Kreuzberg, Wilhelmstraße 33 und versteckt in seiner Wohnung illegal Lebende, bis er 1934 zusammen mit seiner Frau festgenommen wird. Er wird im Columbia-Haus und in der Gestapo-Zentrale Prinz-Albrecht-Straße gefangen gehalten. Das Kammergericht Berlin verurteilt ihn zu zweieinhalb Jahren und seine Frau zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus. Die Strafe verbüßte er im Zuchthaus Luckau. Danach agiert er erneut im Widerstand und unterstützt illegal Lebende und jüdische Verfolgte mit Quartieren, Geld, Kleidung und Lebensmitteln.

1943/44 dient er als Soldat. Am 5. Juli 1945 wird er zum Bürgermeister der Gemeinde Schönerlinde (Barnim bei Berlin) ernannt und wohnt in der Dorfstraße 31. 1948 zieht er mit Frau und Sohn nach Ost-Berlin und arbeitet bis zu seinem Tod am 11. April 1950 bei der Landesregierung Potsdam.

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